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| Eintrags-Datum / Zeit:
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27 Jun-11:51 |
Eintrags-Nummer ID
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81191 |
| Kanton:
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St.Gallen-SG |
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Profil und Beschreibungen
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Die Entstehung der italienischen Sprache:
Wie alle romanischen Sprachen stammt das Italienische vom Lateinischen ab. Zu Beginn des Mittelalters, nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches, blieb in Europa das Lateinische als Amtssprache und als Sprache der Kirche. Das Lateinische behauptete sich überdies als Schriftsprache.
Aus "Vulgärlatein" wird Italienisch
Gesprochen wurde allerdings – auch, als das Römische Reich noch bestand – eine vom Schriftstandard abweichende Sprachform, die auch Vulgärlatein oder Sprechlatein genannt wird.
So entwickelte sich die protoromanische Volkssprache und entwickelten sichschließlich die romanischen Einzelsprachen.
Hochinteressante Sprachentwicklungen
Es entstanden in Italien und seinen Nachbarländern neue Sprachen, z. B. die Oïl-Sprachen in Nordfrankreich, die Oc-Sprachen in Südfrankreich und die Sì-Sprachen in Italien, so benannt von Dante Alighieri nach der jeweiligen Bezeichnung für „ja“.
Erste schriftliche Zeugnisse des "neuen Italienisch" im 8. Jahrhundert
Die ersten schriftlichen Zeugnisse des italienischen volgare stammen aus dem späten achten oder frühen neunten Jahrhundert. Das erste ist ein Rätsel, das in der Biblioteca Capitolare di Verona gefunden wurde und als Indovinello veronese bezeichnet wird:
„Se pareba boves, alba pratalia araba, albo versorio teneba et negro semen seminaba.“
[Sie] schob Rinder, bebaute weiße Felder, hielt einen weißen Pflug und säte schwarzen Samen.
(Gemeint ist die Hand: Rinder = Finger, weiße Felder = Seiten, weißer Pflug = Feder, schwarzer Samen = Tinte)
Wie kam es zur Verbreitung des "neuen Italienisch"?
Die Verbreitung des volgare wurde durch praktische Notwendigkeiten begünstigt.
Dokumente, die Rechtsangelegenheiten zwischen Personen betrafen, die kein Latein beherrschten, mußten verständlich abgefaßt werden.
So ist eins der ältesten Sprachdokumente des Italienischen das Placito cassinese aus dem 10. Jahrhundert.
Das Konzil von Tours empfahl 813, die Volkssprache statt des Lateinischen bei der Predigt zu verwenden.
Ein weiterer Faktor war das Aufkommen der Städte um die Jahrtausendwende, denn die Stadtverwaltungen mußten ihre Beschlüsse in einer für alle Bürger verständlichen Form abfassen.
Jahrhundertelang lebten Latein und Neulatein (Italienisch) in Koexistenz
Jahrhundertelang lebten sowohl die italienischen Volkssprachen als auch das Lateinische, das weiterhin von den Gebildeten benutzt wurde, nebeneinander fort.
Erst im 13. Jahrhundert beginnt eine eigenständige italienisch-sprachige Literatur, zunächst in Sizilien am Hof Friedrichs II (Scuola siciliana). Schriftsteller prägten die weitere Entwicklung des Italienischen entscheidend, weil erst sie einen überregionalen Schriftsprache-Standard schufen, um die Sprachdifferenzen zwischen den zahlreichen Dialekten zu überwinden.
In erster Linie ist hier Dante Alighieri zu nennen, der eine leicht veränderte Form des florentinischen Dialekts in seinen Werken verwandte.
Großen Einfluß auf die italienische Sprache im 14. Jahrhundert hatten weiterhin Francesco Petrarca und Giovanni Boccaccio, welche man zusammen mit Dante als die "tre corone" (die drei Kronen) der italienischen Literatur bezeichnet.
Im 16. Jahrhundert wurde in der Questione über Form und Status der italienischen Sprache diskutiert, maßgeblichen Einflusß hatten hier Niccolò Machiavelli, Baldassare Castiglione und Pietro Bembo.
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